SkF Lippstadt
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 Lippstädter Tageszeitung "Der Patriot" vom 24.08.2015

Familienbegleiterin Birgit Kannengießer berichtet über erste Erfahrungen aus SkF-Projekt


LIPPSTADT n Die Ehrenamtliche Birgit Kannengießer ist seit März
als „Lippstädter Familienbegleiterin“ für das Projekt „LiFaBI“
vom SkF-Lippstadt (wir berichteten) im Einsatz.

 

 

 

Sie begleitet dabei eine junge, allein erziehende Mutter mit ihren vier Kindern im Alltag und berichtet im Gespräch mit Projektleiterin Anne Großer von ihren ersten Erlebnissen und Erfahrungen.


Wie sind Sie auf das Projekt „LiFaBI“ aufmerksam geworden und was hat Sie motiviert, gerade dieses Ehrenamt zu übernehmen?
Birgit Kannengießer: Die Idee zu einem Ehrenamt hatte ich schon länger. Ich hatte die freie Zeit und wollte diese sinnvoll nutzen. Mein Wunsch war es, etwas für die Gesellschaft zu tun. Ich wollte vor Ort aktiv werden, Menschen unterstützen und Hilfe anbieten. Dabei sind mir gerade auch die Kinder besonders wichtig. Daher passte der Aufruf zum Projekt ‘LiFaBI’ genau zu meinen Vorstellungen. Für mich bestand kein finanzieller Anlass, sondern die Freiwilligkeit stand im Vordergrund. Aber auch, dass ich meine Zeit selbst bestimmen und einteilen kann, empfinde ich als großen Vorteil bei diesem Projekt.


Wie empfanden Sie die Schulung, die als vorbereitende Maßnahme gedacht war?
Kannengießer: Die Schulung mit den unterschiedlichen Themen fand ich sehr gut. Die Treffen war mir wichtig und haben mich darin bestärkt, weiter zu machen. Ich habe viele neue Informationen gewonnen. Zum Teil wurden aber auch Ängste geweckt, was bei diesem Ehrenamt auf mich zukommen wird. Diese Fragen kann ich aber bei den Treffen und auch mit der Projektleitung besprechen und bleibe damit nicht alleine.


Wie gestaltete sich der erste Kontakt zur Familie?
Kannengießer: Im Vorfeld habe ich Vorstellungen äußern können, welche familiäre Situation ich unterstützen würde und dann fand das erste Treffen mit der jungen Mutter in den Räumlichkeiten des SkF statt. Wir konnten uns dort kennenlernen und haben dann ein nächstes Treffen vereinbart, bei dem ich die Kinder kennen lernen konnte. Dies war mir sehr wichtig, um zu sehen, ob die Kinder und ich auch miteinander klar kommen würden. Damit war der Anfang gemacht und seitdem hat sich eine sehr gute Zusammenarbeit entwickelt.


Was genau machen Sie als LiFaBI?
Kannengießer: In erster Linie übernehme ich die Kinderbetreuung. Ich begleite die Kinder zum Sport oder zu Freizeitaktivitäten, um die Mutter zu entlasten. Dann kann sie in Ruhe einkaufen, Artztermine wahrnehmen oder aktuell an einer Fortbildung teilnehmen. Dabei bestimme ich selbst wann und wie lange ich bei der Familie bin. Im Grunde unterstütze ich den Alltag und würde mich wie eine Art „Oma-Ersatz“ sehen. Ich bin aber in ruhigen Minuten auch Zuhörer und Ratgeber für die Mutter, wenn sie es möchte. Durch mein Ehrenamt beschäftige ich mich mit vielen Dingen wieder neu und genieße es einfach.


Gab es schwierige Situationen bei der Zusammenarbeit mit der Familie und wie konnten Sie diese lösen?
Kannengießer: Bisher gab es noch keine Schwierigkeiten. Wir haben wirklich ein vertrauensvolles Verhältnis. Aber mir ist es auch sehr wichtig, der jungen Mutter nicht meinen Standpunkt aufzudrücken. Ich akzeptiere die Familie mit ihren Entscheidungen und ihrer Selbstständigkeit. Dies ist ganz wichtig, damit unsere Zusammenarbeit auch in der Zukunft funktionieren kann.


Was war Ihr bisher schönstes Erlebnis im Einsatz als LiFaBI?
Kannengießer: Die Arbeit im Ganzen ist schön. Ich habe das Gefühl, dass die vier Kinder mich als Oma-Ersatz sehen, sich auf mich freuen und mir ganz viel Liebe und Vertrauen schenken. Die Freude der Kinder und auch der Dank der Mutter, sind für mich das schönste Erlebnis.


Was würden Sie einschätzen, in welchen Bereichen werden noch weitere „LiFaBIs“ gebraucht oder könnten zum Einsatz kommen?
Kannengießer: Ganz wichtig denke ich, ist die Kinderbetreuung in den verschiedensten Situationen. So, wie bei der jeweiligen Familie der individuelle Bedarf ist. Hinzu kommen aber auch Hilfen bei Fahrdiensten, beim Einkauf usw. Im Grunde die Begleitung im Alltag, damit Mütter und Väter in schwierigen Situationen Luft holen können und die Familien Entlastung spüren.